Auf Initiative dieses Fürstbischofs wurde der Bau des Neuen Schlosses 1710 begonnen: Dem waren Unstimmigkeiten mit dem Stadtrat von Konstanz vorangegangen, der ein solches Vorhaben in seiner Stadt missbilligte.
Ab 1729 nahm Stauffenberg auch die Errichtung eines Pristerseminars in Angriff, das ebenfalls nach Entwurf von Christoph Gessinger östlich des Schlosses erbaut wurde.
Die drei hoch über dem Bodensee errichteten Prachtbauten Neues Schloss, Pristerseminar und der unter Franz Conrad von Rodt errichtete Reithof bilden gemeinsam die einzigartige "Seefassade" Meersburgs.
Schönborn war Kardinal und seit 1722 Koadjutor (Mitregent) im Bistum Konstanz. Diese Position bedeutete die Nachfolge im Amt des regierenden Fürstbischofs. Außerdem bekleidete Damian Hugo von Schönborn das Amt des Fürstbischofs von Speyer. Seine Familie gehörte zu den baufreudigsten Geschlechtern der Zeit: Schönborn selbst ließ während seiner Regierungszeit als Fürstbischof von Speyer seine Residenz in Bruchsal erbauen.
Auch ihm genügte nach seinem Amtsantritt als Fürstbischof in Meersburg das Alte Schloss und der unfertige Neue Bau nicht. Deshalb trieb er die Ausbaupläne voran und verpflichtete Balthasar Neumann (1687-1753), der das Treppenhaus entwarf. Den ehemaligen Reitstall ließ Schönborn abreißen und an dieser Stelle eine Kapelle errichten.
Der Tod des Bauherrn 1743 verhinderte die Ausgestaltung weiterer Räume. Im Deckenbild der Kapelle ist sein Bildnis verewigt.
Franz Conrad von Rodt stammte aus ritterschaftlichem Adel und begann, nach Studien in Freiburg, Rom , Siena und Straßburg, eine standesgemäße Karriere in der Reichskirche.
Als Fürstbischof brachte von Rodt den Ausbau des Neuen Schlosses zum Abschluss. Er wird im Deckenbild des Treppenhauses verherrlicht. Die Personifikationen des Ruhmes und der Geschichtsschreibung präsentieren das ovale Bildnis des Kirchenfürsten.
Der in München unter dem Namen Joseph Ignaz Appiani geborene Maler war von 1761 bis 1765 in Meersburg tätig. Neben den zwei grandiosen Fresken, die er für das Treppenhaus und für den Festsaal im Neuen Schloss schuf, stattete er – oder seine Werkstatt - auch die Kapelle Sankt Karl Borromäus des Meersburger Priesterseminars mit Deckenfresken und Apostelbildern aus.
Weitere Werke des kurfürstlichen Mainzer Hofmalers und Gründers der dortigen Kunstakademie finden sich beispielsweise in der Basilika Vierzehnheiligen oder auch im Arlesheimer Dom.
Der Stuckateur, Bildhauer und Altarbauer Feuchtmayer (Feichtmair) entstammt einer Wessobrunner Künstlerfamilie und war für die plastische Gestaltung der Hofkapelle des Neuen Schlosses verantwortlich. Weitere berühmte Beispiele seiner Tätigkeit im süddeutschen und schweizerischen Raum sind die Dekoration der Wallfahrtskirche Birnau und Arbeiten in der Klosterkirche Weingarten.
Pozzi gestaltete im Festsaal und in verschiedenen Räumen der Obergeschosse ideenreiche Reliefs mit lebensnahen Szenen. Neben Appiani wurde er auch zur Gestaltung der Borromäuskapelle im Priesterseminar herangezogen. In Süddeutschland finden sich weitere seiner Werke im Ludwigsburger Schloss oder auch im Schwetzinger Schlossgarten.