Säkularisation

Vor 200 Jahren veränderte die Säkularisation den deutschen Südwesten: Nach den napoleonischen Kriegen gingen Gebäude, Ländereien und Vermögen der Klöster und Bistümer in staatlichen Besitz über. Die Auswirkungen reichen bis zum heutigen Tag - für die meist leer stehenden Gebäude mussten immer wieder neue Nutzungen gefunden werden. Auch das Neue Schloss Meersburg war von der Aufhebung geistlicher Einrichtungen und der Übernahme kirchlichen Eigentums betroffen.

Medaille

Mit der Säkularisation endete die Regierung der Fürstbischöfe im Neuen Schloss Meersburg, als es im Oktober 1802 badische Truppen in Besitz nahmen. Die offizielle Huldigung des Kurfürsten Karl Friedrich von Baden fand am 29. September 1803 in Meersburg statt: Sie vollendete symbolisch den Übergang der Residenz Meersburg an das Kurfürstentum Baden (1803 – 1806).

Heiliger Johannes Nepomuk

Nachdem 1807 der Gottesdienst in der Meersburger Hofkapelle aufgehoben worden war, wurde das Kirchensilber an das Finanzdepartement nach Karlsruhe gebracht. Das Neue Schloss war bis 1817 noch vollständig möbliert und für mögliche Besuche des Hauses Baden bereit. Der Großherzog ließ immer mehr Mobiliar und Wandteppiche in andere badische Schlösser bringen. Auch das 1735 eröffnete Priesterseminar wurde nach der Auflösung des Bistums Konstanz 1821 nach Freiburg verlegt. Im Mai 1833 erschien in der Augsburger Zeitung eine Versteigerungsanzeige für das Neue Schloss - es fand sich aber kein Käufer. Nach wechselvollen Nutzungen erwarb schließlich das Land Baden-Württemberg 1955 das Neue Schloss.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook