Die "Seefassade" Meersburgs am Ende des 18. Jahrhunderts, Aquarell von Heinrich Bleuler
Meersburg hatte den katholischen Fürstbischöfen des Bistums Konstanz bereits zeitweilig als Sitz und Zufluchtsort gedient. Als die Stadt Konstanz jedoch den Status einer freien Reichsstadt erlangt und sich 1519/23 der Reformation anschließt, wird die fürstbischöfliche Residenz 1526 endgültig von Konstanz an das gegenüberliegende Seeufer nach Meersburg verlegt.
Bis in das 18. Jahrhundert hinein dient die mittelalterliche Meersburg den Fürstbischöfen als Wohnsitz. Der Konstanzer Fürstbischof Johann Franz Schenk von Stauffenberg (reg. 1704-1740) lässt ab 1710 östlich der alten Meersburg einen „neuen Bau“ errichten, heute das Neue Schloss Meersburg.
Unter der Leitung von Christoph Gessinger entsteht von 1710 an ein langgestreckter, zweigeschossiger Einflügelbau, dessen Seefront durch geschossübergreifende Pilaster (Halbpfeiler) gegliedert wird.
Die Bauarbeiten kommen 1712 zum Abschluss, fürstbischöfliche Kanzleien beziehen das Gebäude.