Bischöfliche Barockresidenz am Ufer des Bodensees

Neues Schloss Meersburg

Regieren und wohnen

Das Staatsappartement

Das östliche Appartement, das sogenannte Staatsappartement, war die Wohnung des Fürstbischofs. Auch diese Räume waren auf das Prächtigste eingerichtet: Sie mussten – wie alles im Schloss – den Status des Bewohners präsentieren.

Retirade des Neuen Schlosses Meersburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Nur hier konnte sich der Fürstbischof zurückziehen.

Wenig Privatsphäre

Im Staatsappartement bildet das Paradeschlafzimmer mit der „Retirade“ und dem „Cabinetlein“ – ein kleiner Beratungs- und Arbeitsraum – die Wohnung des Fürstbischofs, während das Vorzimmer und das Audienzzimmer öffentlich zugängliche Räume waren. Aber auch im fürstbischöflichen Schlafzimmer und in seinem Kabinett fanden offizielle Termine statt. Die Retirade – von französisch „retirer“, sich zurückziehen – war das einzig wirklich private Zimmer des Fürstbischofs.

„Josephs Traum“, Öl auf Leinwand, Andreas Brugger, um 1768; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Das Gemälde „Josephs Traum“.

Schlafen und Arbeiten

Das Schlafzimmer war nicht nur Schlaf-, sondern auch Arbeitsraum. Über den Flügeltüren waren damals Supraporten von dem berühmten Maler Andreas Brugger (1737–1812) angebracht. Heute sind diese Bilder, „Jakobs Traum“ und „Josephs Traum“, gemalt um 1768, an den Wänden zu sehen. Zusammen mit den Stuckaturen von Carlo Luca Pozzi hat der Raum einen repräsentativen Charakter, daher wird er auch als Paradeschlafzimmer bezeichnet. Von hier aus gelangte man in die Retirade, den persönlichen Rückzugsort des Fürsten.

Porzellankabinett des Neuen Schlosses Meersburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Werner Hiller-König

Kleine Porzellanschaustücke als Dekoration.

Dekorative Porzellansammlung

Das ans Schlafzimmer angrenzende „Cabinetlein“ des Fürsten war mit zahlreichen Porzellanen und anderen Kostbarkeiten ausgestattet. Zu persönlichen Gesprächen wurden Gäste auch in diesen Raum eingeladen. Die Einrichtung solch eines repräsentativen Kabinetts mit dekorativen Schaustücken entsprach der Mode der Zeit. Im Stuck aus der Werkstatt von Carlo Luca Pozzi erkennt man eine Figur, die mit einer Kiepe unterwegs ist. In solchen Tragekörben wurden sämtliche Waren, auch Glas und Porzellan, über das Land getragen.

Zentraler Repräsentationsraum

Im kostbar ausgestatteten Audienzzimmer empfing der Fürstbischof seine Gäste zur Audienz und regelte offizielle Regierungsgeschäfte. Audienz- und Vorzimmer sind mit Nachbildungen der berühmten Tapisserien-Serie der „Chasses de Maximilien“, den Jagden Kaiser Maximilians II., ausgestattet. Die Wandteppiche zeigen Szenen der Wildschweinjagd. Die Fayenceöfen ersetzen die ursprünglichen Öfen, die im 19. Jahrhundert nach Mannheim gebracht worden waren und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.

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