Schlossgarten mit Blick auf den Bodensee, Neues Schloss Meersburg

Barocke Gartenkunst am Steilhang

Der Garten

Der Lustgarten gehörte zu einer barocken Residenz dazu – auch für die Fürstbischöfe in Meersburg. Vom einst standesgemäßen Garten des 18. Jahrhunderts ist in Meersburg heute noch die untere Terrasse mit dem malerischen Pavillon erhalten.

Ausschnitt aus einem Bildnis des Jakob Anton Graf von Fugger-Kirchberg-Weißenhorn (bei diesem Ausschnitt nicht zu sehen) mit Stadtansicht von Meersburg, 1623

Stadtansicht von Meersburg um 1623.

Renaissance-Garten an der Meersburg

Bereits in der ersten Residenz der Fürstbischöfe, der alten Meersburg, gab es einen Garten, der 1593 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Kardinal Andreas von Österreich hatte damals im Gelände der Vorburg östlich der Meersburg einen Garten im Renaissance-Stil anlegen lassen. Über dessen Aussehen ist wenig bekannt. Es gibt nur eine einzige bildliche Darstellung: Auf einem Porträt des Fürstbischofs Jakob Fugger aus dem Jahr 1623 ist eine pergolaähnliche Laube auf einer Terrasse östlich der Meersburg zu erkennen.

Gartenfassade des Neuen Schlosses Meersburg

Die Gartenfassade des Schlosses.

Standesgemässer Barockgarten

Parallel zum Bau des „Neuen Baus“ ließ Fürstbischof Johann Franz von Stauffenberg 1712 einen barocken Schlossgarten anlegen. Die Pläne dazu zeichnete der Baumeister Christoph Gessinger. Dieser Garten ist der Seeseite – der Schauseite – des Schlosses vorgelagert und verbindet die ursprüngliche Residenz der Fürstbischöfe, die alte Meersburg, mit dem Neuen Schloss. Die Gestaltung mit Boskett, Orangerie und Blumenparterre weist die Anlage als standesgemäßen fürstlichen Garten des 18. Jahrhunderts aus.

Pavillon bzw. Teehäuschen, Neues Schloss Meersburg

Schmuckstück des Gartens: der Pavillon.

Gartenpavillon als Rückzugsort

Auf der unteren Terrasse ist von dem Garten des 18. Jahrhunderts ein eleganter Lustpavillon erhalten geblieben. Er wurde von Christoph Gessinger als Rückzugsort für Fürstbischof Johann Franz errichtet. Innen befindet sich ein Deckenbild mit Personifikationen der vier Jahreszeiten. Das Fresko von Johann Wolfgang Baumgartner mit dem Motto „Alles hat seine Zeit“ zeigt Apoll im Kreis der Sternbilder. Hoch oben sitzt Chronos, der Gott der Zeit, und spielt den herumtollenden Putten auf einer Flöte vor.

Panorama von der Schlossterrasse, Neues Schloss Meersburg; Foto: SSG/Ronge

Durch seine Hanglage bietet das Schloss eine malerische Aussicht über die Stadt auf den Bodensee.

Wappen des Bischofs Johann Franz Schenk von Stauffenbergan der Treppe zum Schlossgarten, Neues Schloss Meersburg

Wappen des Bischofs Johann Franz von Stauffenberg.

Nach dem Auszug der Fürstbischöfe

Nach 1803 wurden die Terrassen abwechselnd als botanischer Garten und als Ziergarten genutzt. Der westliche Zugang zur Gartenterrasse über eine Freitreppe, die einst die direkte Verbindung zur alten Burg herstellte, wird durch ein schmiedeeisernes Portal, Steinfiguren auf dem Geländer und das Bischofswappen Johann Franz von Stauffenbergs auf der Balustrade verziert. Mit der Übernahme des Schlosses durch das Land Baden-Württemberg wurden die Gartenflächen in Anlehnung an die barocke Planung neu gestaltet.

Besuchen Sie die Schlossterrasse! Von hier aus haben Sie einen überwältigenden Panoramablick über den Bodensee zu den Alpen.

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