Puttenkopf mit Bischofsmitra, Stuckrelief in der Schlosskapelle, Neues Schloss Meersburg

Glanzvolle heilige Messen

Die Schlosskirche

In der Schlosskirche, prächtig im Rokoko-Stil ausgestattet, sind Kunstwerke der berühmtesten Künstler der Zeit zu sehen: Gottfried Bernhard Goetz, Joseph Anton Feuchtmayer und Andreas Brugger waren an der Gestaltung beteiligt – ein festlicher Rahmen für die Gottesdienste.

Orgelempore in der Schlosskirche, Neues Schloss Meersburg

Aus einem Pferdestall wurde die Schlosskirche.

Mit der Kirche entsteht das Neue Schloss

In den Jahren 1741 bis 1743 wurde im Auftrag des Fürstbischofs Damian Hugo von Schönborn die kostbar dekorierte Schlosskapelle im östlichen Eckpavillon eingebaut. Durch das Entfernen der Zwischendecke konnte aus dem ursprünglichen Pferdestall mit darüber liegender Sattelkammer ein großer Saal gewonnen werden. Von außen ist die Kirche nicht zu erkennen, sie ist vollständig in das Gebäude und die Fassade integriert. Mit dem Einbau dieser Kirche begann die Umgestaltung des „Neuen Baus“ zum Neuen Schloss.

Stuckplastiken am Tabernakel des Hochaltars der Schlosskirche, Neues Schloss Meersburg

Aufwendige Plastiken zieren den Hochaltar.

Hochrangige Künstler für die Ausstattung

An der prächtigen Rokoko-Ausstattung war Andreas Brugger beteiligt, der um 1768 die Apostelbildnisse an den Pfeilern hinzufügte. Joseph Anton Feuchtmayer schuf 1741 die aufwendige Stuckausstattung. Die Stuckarbeiten sind vollständig in Weiß gehalten und heben sich auffallend von dem farbigen Stuckmarmor ab. Die Orgelempore wurde 1759 bis 1762 unter Fürstbischof Franz Conrad von Rodt eingebaut. Die Stuckornamente an deren Brüstung stammen von Carlo Luca Pozzi.

Altarfigur Maria in der Schlosskirche, Neues Schloss Meersburg
Altarfigur Jesus in der Schlosskirche, Neues Schloss Meersburg
Altarfigur Johannes in der Schlosskirche, Neues Schloss Meersburg

Am Hochaltar sind Maria, Jesus und Johannes als Plastiken dargestellt.

Porträt des Fürstbischofs Damian Hugo von Schönborn

Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn.

Gründungslegende der Einsiedelner Kapelle

Der Augsburger Maler und Kupferstecher Gottfried Bernhard Goetz (1708–1774) malte 1741 in nur sieben Wochen das Deckenfresko. Es befindet sich über dem Altar und zeigt die „Einsiedelner Engelweihe“ im Jahr 948, als Christus selbst die Weihe der Klosterkirche in der Schweiz vorgenommen haben soll. Hier im Fresko ist rechts unten der damalige Konstanzer Bischof Konrad zu sehen, den der Künstler mit den Zügen des Fürstbischofs Damian Hugo von Schönborn ausgestattet hat.

Kanzel der Schlosskirche mit Stuckverzierungen, Neues Schloss Meersburg

Auch die Kanzel ist prachtvoll geschmückt.

Die Schlosskirche heute

Seit 1864 wird die Schlosskirche von der evangelischen Kirchengemeinde Meersburg als Pfarrkirche genutzt. Im Vorraum zur Kirche im ersten Obergeschoss des Schlosses wird auf die Bedeutung der Kirche und der Kunst am fürstbischöflichen Hof verwiesen und zwei Gemälde sowie zwei Skulpturen präsentiert. Denn im Auftrag der Fürstbischöfe entstanden neben Fresken- und Stuckarbeiten eine Fülle von Gemälden, Skulpturen und Goldschmiedearbeiten für repräsentative, aber auch für meditative und liturgische Zwecke.

Werfen Sie einen ganz besonderen Blick vom ersten Obergeschoss aus in die Schlosskirche – dort war einst der Zugang der Fürstbischöfe zu ihrer eigenen Loge, von wo aus sie den Gottesdienst verfolgten.

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