Treppenhaus im Neuen Schloss Meersburg mit Statuen und Deckenfresko

Majestätischer Aufstieg

Das Treppenhaus

Die prunkvolle Treppenanlage verbindet den Eingangsbereich mit der Beletage, dem repräsentativen Hauptgeschoss im zweiten Obergeschoss. Noch heute geht der Besucher denselben Weg, den hochrangige Gäste bereits zu Zeiten der Fürstbischöfe bei feierlichen Anlässen nahmen.

Porträt Balthasar Neumann, Öl auf Leinwand, 2. Hälfte 18.Jh.

Neumann entwarf das prunkvolle Treppenhaus.

Prominenter Baumeister

Damian Hugo von Schönborn, Fürstbischof von Konstanz 1740 bis 1743, plante eine Erweiterung des „Neuen Baus“ einschließlich eines repräsentativen Treppenhauses. Der berühmte Baumeister des Barock, Balthasar Neumann (1687–1753), entwarf 1740 den Umbau samt Schlosskirche und Treppenhaus von Bruchsal aus. Dort war er als Architekt für von Schönborn tätig, der gleichzeitig Fürstbischof von Speyer war. Ausgeführt hat den Bau Johann Georg Stahl, der ebenfalls in Bruchsal arbeitete.

Aufwendige Ausstattung

Das neue Treppenhaus erwies sich jedoch aufgrund schlechter Fundamentierung als unstabil. Baumeister Franz Anton Bagnato erhielt bereits 1759 den Auftrag zum Neubau. Gleichzeitig wurde es aufwendig ausgestattet: Löwen, Götterfiguren, Laternen und Vasen schmücken den Aufgang. Das Gitter, hergestellt von dem Schlosser Johannes Oberhofer, schließt den Balkon vor dem Hauptportal ab. Die Figuren auf den Postamenten sind wahrscheinlich von dem Konstanzer Bildhauer Johann Ferdinand Schratt geschaffen worden.

Stuckwappen des Fürstbischofs Franz Conrad von Rodt im Neuen Schloss Meersburg

Das Wappen des Fürstbischofs am Eingang zum Festsaal.

Repräsentativ angelegt

Wie im Barock üblich diente auch das Treppenhaus in Meersburg der Repräsentation und war dementsprechend angelegt. Die zweiflügelige Treppenanlage führt vom dunklen Untergeschoss über das erste Obergeschoss durch ein lichtdurchflutetes Foyer zum Festsaal, dem zentralen Raum der Beletage. Über dessen Tür ist das Stuckwappen des Auftraggebers, Kardinal Franz Conrad von Rodt, angebracht. Die Löwen nehmen auf die Herrschaft des Fürstbischofs von Rodt Bezug und zeigen das Wappen der Familie.

Deckenfresko „Verherrlichung des Fürstbischofs“ im Treppenhaus des Neuen Schlosses Meersburg von Giuseppe Appiani, 1761

Ein Statussymbol für den Fürstbischof.

Krönender Abschluss

Der Blickfang im Treppenhaus ist das riesige Deckengemälde, das durch den kurmainzischen Hofmaler Giuseppe Ignazio Appiani 1761 geschaffen wurde. Es thematisiert die glanzvolle Herrschaft des Kirchenfürsten und die ewige Dauer der fürstbischöflichen Regierung. Im Zentrum steht das Bildnis Franz Conrad von Rodts, der von Fama und Klio –Personifikationen von Ruhm und Geschichtsschreibung – umgeben ist. Fürstenhut, Kardinalskreuz, Mitra und Schwert machen seinen fürstbischöflichen Rang deutlich.

Treppenhaus im Neuen Schloss Meersburg mit Statuen und Deckenfresko

Beeindruckendes Gesamtensemble: das Treppenhaus.

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