Außenansicht Teehäuschen

Ausspannen mit traumhaftem Blick

Das Teehäuschen

Der Pavillon unterhalb des Schlossgartens diente den Fürsten als Rückzugsort und als Rahmen für kleine Gesellschaften. Dank der unlängst abgeschlossenen Konservierung und Restaurierung zeugt auch der Gartenpavillon des Neuen Schlosses glanzvoll von der Kultur des fürstbischöflichen Hofes.

Innenansicht des Pavillons

Innenansicht des Pavillons.

Ein Rückzugsort für den Fürstbischof

Der heute „Teehaus“ genannte Pavillon auf der Terrasse unterhalb des Schlossgartens ist ein Lusthäuschen mit einem einzigen Raum von 30 m² Fläche. Er bot dem Fürsten einen Rückzugsort und einen Raum für kleine Gesellschaften. Sein Eingangsportal ist wie der gesamte Garten auf das Alte Schloss ausgerichtet und über eine steinerne Treppe von der Terrasse aus erreichbar. Direkt vor dem Pavillon lag bis 1741 eine Orangerie, in dem über Winter die exotischen Gewächse untergebracht wurden.

Teehäuschchen mit Blick auf den Bodensee

Blick auf den Bodensee.

Herausforderung Steilhang

Einen gleichmäßigen, barocken Garten anzulegen, war durch den Steilhang eine Herausforderung. Das Teehaus wurde 1712 im Zuge der Gartenneugestaltung nach Entwürfen des Benediktinermönchs Christoph Gessinger errichtet und sollte durch die Platzierung zur Harmonie beitragen. Anregungen bekamen er und sein Dienstherr Fürstbischof Johann Franz Schenk von Stauffenberg vor allem durch eine gemeinsame Studienreise nach Wien. Die heutige Anlage stellt eine freie Anlehnung an ihre barocke Geschichte dar.

Wallfahrtskirche Baitenhausen, Fresko; Foto: Joachim Feist

Meersburg auf einem Fresko im Querhaus der Wallfahrtskirche in Meersburg-Baitenhausen, um 1750.

Ausschnitt aus dem Deckenfresco

Ausschnitt aus dem Deckenfresco.

Omnia tempus habent – Alles hat seine Zeit

Das Deckenfresko von Johann Wolfgang Baumgartner (1760) mit Apoll auf dem Sonnenwagen sowie Chronos, dem Gott der Zeit, inmitten der Jahreszeiten, erinnert durch das Motto „omnia tempus habent“ an die Vergänglichkeit und die Macht der Zeit. Spielende Putten und Motive, die hier und im Schloss für Leichtigkeit stehen, appellieren an die Ausgewogenheit von Ernst und Leichtigkeit, Pflicht und Muße. Heute könnte man diese Darstellung als Denkmal einer gesunden Work-Life-Balance interpretieren.

Detail der Fassade

Fassade mit fürstlichem Wappen.

Ds Teehäuschchenin neuem Glanz

Nach den Sanierungsarbeiten am Neuen Schloss 2012 wurde von August 2014 bis Mai 2015 das Teehäuschen saniert. Die Kosten von 270.000,-€ übernahm die Staatlichen Toto Lotto GmbH. Bei den Arbeiten erhielt die Außenfassade, nach einer Festigung des Putzes und der Sanierung der Sandsteinteile, einen neuen Anstrich. Die Statik der Dachkonstruktion wurde verbessert. Im Inneren wurde vor allem das barocke Deckenfresko gereinigt und restauriert. Eine Nutzung für Kleinveranstaltungen ist nun möglich.

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