Bischöfliche Barockresidenz am Ufer des Bodensees

Neues Schloss Meersburg

EDLE TROPFEN VOM BODENSEE

WEINBAU IN Meersburg

Das milde Klima am Bodensee ist ideal für Weinreben. Der Weinbau in und um Meersburg ist urkundlich seit dem 13. Jahrhundert belegt und wurde maßgeblich von den Konstanzer Fürstbischöfen gefördert. Das Thema „Wein“ spielt auch bei der Innenausstattung des Neuen Schlosses eine Rolle.

Weinreben in abendlicher Stimmung; Foto: Pixabay

Hinweise zum Weinbau am Bodensee gibt es ab dem 8. Jahrhundert.

GÜNSTIGES KLIMA FÜR WEIN

Aus mittelalterlichen Urkunden weiß man, dass Adel und Kirche, Klöster und Städte den Weinbau rings um den Bodensee betrieben. Zahlreiche Weingüter entstanden, von denen einige bis heute existieren. Die Lagen in der Region zeichnen sich durch eine wärmespeichernde und reflektierende Wirkung des Sees und die besonders beschaffenen Böden aus. Der Weinbau in Meersburg ist im Jahr 1210 greifbar: Das Jahrbuch der Bischofskirche zu Konstanz erwähnt einen Weinberg des Manegoldus von Rohrdorf, der aufgrund fehlender Erben an den Konstanzer Bischof fiel.

Das Staatsweingut Meersburg im Reithof des Neuen Schlosses; Foto: Pixabay

Der ehemalige Reithof mit Weinberg beherbergt heute das Staatsweingut.

DER FÜRSTBISCHÖFLICHE WEINBAU

Seit dem 16. Jahrhundert wurde die Qualität des Weinbaus stetig verbessert. Das fürstbischöfliche Weingut in Meersburg trug mit einem Versuchsgarten, in dem neue Sorten gezüchtet wurden, einen großen Teil dazu bei. Andere Weingüter profitierten von den Ergebnissen, die Nachfrage und die Erträge stiegen. Im Zuge der Säkularisation nach 1802 fiel das Neue Schloss und das fürstbischöfliche Weingut an das Großherzogtum Baden und wurde erste Weinbaudomäne Deutschlands. Im Jahre 1919 erfolgte die Umbenennung in Staatsweingut Meersburg.

Stuck-Detail aus dem Neuen Schloss: die Meersburg mit Weinbergen links im Bild.

DAS NEUE SCHLOSS UND DER WEIN

Bis 1710 wohnten die Fürstbischöfe in der mittelalterlichen Meersburg. Mit dem Bau des repräsentativen Neuen Schlosses entstand auch ein Weinkeller im ehemaligen Stadtgraben. In der Beletage des Neuen Schlosses befindet sich heute das Schlossmuseum, das die Wohn- und Lebenskultur der Fürstbischöfe präsentiert. Themenschwerpunkte sind unter anderem Wein und Weinbau. Unter den Exponaten befinden sich viele Stücke der originalen Schlossausstattung, zum Beispiel mehrere Wein-Prunkgefäße. Die Bedeutung des Weinbaus lässt sich auch in den Motiven der Innenausstattung ablesen: Stuck und Malerei zeigen Bacchanten, Nymphen, Weinranken und Trauben – eine Welt rund um den Weingenuss.

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