Bischöfliche Barockresidenz am Ufer des Bodensees

Neues Schloss Meersburg

Meersburg als neue Bischofsstadt

Hugo von

Hohenlandenberg

Als sich Konstanz, die alte Bischofsstadt, 1526 der Reformation anschloss, verließ Fürstbischof Hugo von Hohenlandenberg (1457–1532) die Stadt endgültig. Er wählte die Stadt Meersburg zum neuen Sitz der Fürstbischöfe von Konstanz.

Konstanz um 1475 mit einer der ältesten Darstellungen des Münsters; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Die freie Reichsstadt Konstanz war sehr selbstbewusst.

Eine schnelle Karriere und dann?

Hugo von Hohenlandenberg, der Fürstbischof von Konstanz, entstammte dem Landadel in der heutigen Schweiz. Er absolvierte eine Bilderbuchkarriere: Er war Probst in Erfurt und Domherr in Basel und Chur, bevor es ihn an den Bodensee verschlug. 1496 wurde er vom Konstanzer Domkapitel zum Bischof des Bistums Konstanz gewählt und noch im selben Jahr geweiht – der Höhepunkt seiner Karriere. Der Rat missbilligte jedoch bald, dass der Bischof versuchte, in der Stadt mehr weltlichen Einfluss zu gewinnen.

Der Bischof als moralische Instanz?

Der Rat beklagte sich bald über den Lebenswandel des Bischofs. Er soll die häufigen Vergehen seiner Priester gegen das Zölibat geduldet und kräftig an den Einnahmen für die Ablässe verdient haben. Dabei blieb er selbst nicht unversucht – ganz im Gegenteil: Ihm wurde ein jahrelanges Verhältnis mit Barbara von Hof, der Ehefrau des Konstanzer Bürgermeisters, nachgesagt. Im Pestjahr 1519 verbreiteten sich in Konstanz die Lehren der Reformation, die der Rat der Stadt durch ein offizielles Gebot noch förderte, nicht zuletzt mit der Unterstützung Ambrosius Blarers.

Meersburg mit Altem und Neuem Schloss vom Bodensee aus gesehen; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Meersburg entwickelte sich aus der Not zur bischöflichen Residenz.

Wieso zog der Bischof nach Meersburg?

Die Spannungen zwischen der evangelischen Stadt und dem katholischen Bischof vergrößerten sich zunehmend. Aus der Not heraus bezog Hohenlandenberg die Alte Burg Meersburg, die sich schon lange im Besitz der Konstanzer Fürstbischöfe befand. Damit machte er Meersburg zum Sitz der Fürstbischöfe von Konstanz. Erst 200 Jahre später nutzte einer seiner Nachfolger, Johann Franz Schenk von Stauffenberg, die Lage Meersburgs hoch über dem See: Die barocke Residenz der Fürstbischöfe strahlt als katholische Krone der Stadt weit über den See in Richtung der evangelischen Stadt.

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